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Im Laufe der Jahre habe ich mit vielen Varianten gearbeitet, von Minolta bis Pentax, und habe einige Erfahrungen vor allem im Bereich der Nahaufnahmen machen können. Aktuell habe ich auf MFT (Olympus) umgestellt, ganz einfach weil bei relativ geringem Gewicht eine recht umfangreiche Ausrüstung in einer relativ kleinen Tasche Platz hat. Das beruht darauf, dass bei MFT der Chip ziemlich genau halb so gross ist wie ein sog. Vollformat-Chip. Ein 100mm  wird so zum 200mm (2-fach Crop) Nachteile gibts bei MFT aber auch, insbesondere die Tatsache, dass für eine vergleichbar geringe Tiefenschärfe die Lichtstärke 2x höher sein sollte (statt f 2,8 also f 1,4). Nachfolgend versuche ich, auf alle Varianten einzugehen, mit denen ich schon gearbeitet habe, und die jeweiligen Vorteile und Nachteile aufzuzeigen.

Makroobjektive:
50mm: Klein, leicht, nur bis max. 1:1, ab dann entweder eine Nahlinse, Zwischenringe oder Balgengerät notwendig. Bei MFT entspricht ein 50mm Makro einem 100mm Makro beim Kleinbildformat.
90 bis 100mm: Grösser, schwerer, nur bis max. 1:1, ab dann entweder eine Nahlinse, Zwischenringe oder Balgengerät notwendig.
200mm: Schwer, meist über ein Kilo, relativ teuer. Bis max Massstab 1:1.

Alle Makroobjektive bieten sehr hohe Abbildungsleistungen. Alternative: Normale Festbrennweiten von 100 bis 200mm mit Hilfe von Auszugsverlängerungen in den Nahbereich bringen. Meine Erfahrung: Es sind nicht alle Festbrennweiten geeignet. Die Abbildungsleistung ist jedoch fast immer besser als mit Zooms. Habe mit 135mm sehr gute Erfahrungen gemacht. Gibt an Digital APS-C ein 200mm Tele, also genügend Abstand trotz sehr kleinem Objektiv.

Das Balgengerät:

Das einzige in der Natur wirklich brauchbare war dasjenige von Novoflex. Klein, leicht, und erst noch mit voller Automatik. Balgengeräte bringen einen sehr variablen Auszug, und man kann die verschiedensten Objektive und Teile montieren. Allerdings produziert Novoflex unterdessen nur noch für Canon ein automatisches Balgengerät, Nikon- und Pentaxfreunde sind auf den Gebrauchtmarkt angewiesen.

Achtung bei Nikon: Nur bestimmte Kameramodelle lassen eine Belichtungsmessung mit Objektiven ohne Kontakte zu, auch ausgelöst werden kann mit solchen Objektiven nicht jede Kamera
Achtung bei Pentax: Viele alte Zwischenringe und auch Balgengeräte hatten kein blankes Metallbajonett. Damit können die modernen Kameras nicht ausgelöst werden. Es bleibt entweder das Blankschleifen der Bajonettflächen oder es wird eine Alufolie zwischen Kamera und Zubehörteil über die Kontakte gelegt (wird offenbar in den USA häufiger praktiziert, schauerlicher Bastel).
Balgengerät Novoflex
Historisch: Balgengerät und Balgenkopf von Novoflex

Balgenköpfe:

Klein, leicht, nur für die Verwendung am Balgengerät oder an sogenannten  Einstellschnecken, dort aber sehr flexibel und  von hoher Qualität. Gab es ebenfalls von Novoflex in den Brennweiten 60, 105mm und 200mm, aber zum Teil auch von  den Kamerafirmen. Diese Köpfe sind ebenso verschwunden wie die Balgengeräte und im Wesentlichen nur noch auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen.
60mm-Kopf: Am Balgen 0,75:1 bis 2:1. Geht mit Blitz gerade noch Freihand.
105mm-Kopf: Am Balgen Unendlich bis 0,75:1. Ohne Blitz Freihand kann ich persönlich bei gutem Licht nur bis zum Massstab 1:2 halten.
200mm-Kopf: Am Balgen Unendlich bis 0,42:1


Balgenkopf Novoflex 200mm
Historisch: Balgenkopf 200mm am Balgengerät

Zwischenringe:

Klein, leicht, mit vielen Objektiven kombinierbar, aber viel  Montageaufwand. Habe aber immer welche dabei, eben weil sie sowohl mit einem Makroobjektiv für noch grössere Masstäbe als auch für ein Tele für noch grössere Arbeitsabstände verwendbar sind.

Nahlinsen:
Verwende ich ab und zu, vor allem, wenn ich zu faul für all die Schlepperei bin. Allerdings sind für gute Leistungen (relativ teure) Achromate zwingend.

Umkehrring:
Sehr klein, sehr leicht, aber in der Regel keine Blendenautomatik. Mit ihm und einem 35mm-Objektiv am Balgen erreicht man schon Masstäbe um die 5:1. Geht kaum mehr Freihand.

Verbindungsring:

Man kann ein Objektiv auch als (sehr hochwertige) Nahlinse benutzen. Sehr gut funktionierten bei mir 135mm Teles, denen ich das 50mm Makro umgekehrt vorschraube. Es wird dann ein sehr grosser Massstab möglich. Allerdings geht dies wegen dem Lichtverlust nur mit dem Blitz und der Arbeitsabstand ist sehr gering, lebende Tiere also nur dann möglich, wenn sie an einem Herbstmorgen vor Kälte erstarrt an einem Baumstamm sitzen.

Flechte mit Verbindungsring fotografiert
Flechte mit Verbindungsring fotografiert

Bemerkungen 1

Im Nahbereich, bei Landschaften und anderen ruhigen Objekten ist der Autofokus schlicht überflüssig. Leider ist er bei allen Kameramarken längst fest eingebaut, und sehr viele Kameras funktionieren wie schon beschrieben nur noch mit Objektiven, mit denen sie auf elektronischem Weg kommunizieren können. Da gibts dann zum Makroobjektiv allenfalls noch automatische Zwischenringe, um einen grösseren Massstab zu  erreichen. Das Ganze auf einem Stativ wird dann schnell kopflastig. Abhilfe auch hier: Balgen, denn dieser hat  den sogenannten Einstellschlitten schon fest unten angebaut.

Bemerkungen 2
Ich bevorzugte früher so genannte langbrennweitige Objektive, also Objektive, bei denen die gesamte Linsengruppe bie der Verstellung bewegt wird. Sie bieten den grössten Abstand von der Frontlinse bis zum Objekt. Moderne Makroobjektive sind leider hinten oft mit einem "Korrekturglied" ausgestattet, welches als Konverter wirkt und damit bei steigendem Massstab die Brennweite und damit den Abstand zum Objekt verringert. Dies macht zwischen einem modernen Makro und einem langbrennweitigen Makro ohne Weiteres ein paar Zentimeter aus, die bezüglich der Fluchtdistanz von Tieren eine wichtige Rolle spielen können. Vorteil der aktuelen Makroobjektive ist statt dessen, dass man ohne Umbauen bis Massstab 1:1 fotografieren kann.

Computer:
Meine Dias habe ich einzeln digitalisiert, eine etwas mühsame und lange andauernde Arbeit, die aber auch Erinnerungen an schöne Erlebnisse weckte. Die Farben und der Kontrast lassen dabei oft zu wünschen übrig, zumal einige Filmsorten sich mit den Jahren in ein "Rosa-Fensterchen" verwandelt haben. Zum Glück hatte ich früher meist Kodachrome in der Kamera, und diese Dias sind zum Teil fast wie neu. Bildbearbeitung ist aber in jedem Falle notwendig.
Zur Bildbearbeitung verwende ich folgende Programme (arbeite seit Jahren mit Linux): Geeqie, FastPhotoTagger (Java-Programm auch unter Windows lauffähig), Gimp. Zur Webseiten-Erstellung eine Programmkombination: Texteditor, Gcolor2, Kompozer, llgal, Gthumb. Für fremde Webseiten mit Bildergalerien wird zudem Albumshaper eingesetzt, das es auch für Windows gibt.


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